Nach wie vor ließ ich keine gefrorene Pfütze an mir vorbeiziehen. Ich zertrat sie zärtlich, so wie man einen Löffel in eine Eiskugel gleiten lässt,

nicht mit dem gesamten Körpereinsatz,

mit gespitzten Ohren

und einem zum Absprung bereiten Herzen.

Qualle im Schlafrock

Ich folgte den im Sand schwierig zu lesenden Fußstapfen der Qualle bis in den verregneten Kunstmarkt auf der anderen Straßenseite. Es regnete nur über dem Marktgelände, rundherum auf der Strandpromenade schien eine interessierte und liebevolle Sonne. Die Qualle legte sich dort bereitwillig auf eine Töpferscheibe und streckte ihre Tentakeln in die Höhe, nahm also eine gänzlich unorthodoxe und ihrer GEwohnheit völlig entgegengesetzte Position ein. So stellte sie sich tot bis um fünf Uhr Nachmittag um dann wieder zurück an den Strand zu stolzieren. An diesem Tag lernte ich, dass es auch unter den Tieren Schlafwandler gab, Träumer und Grenzgänger. Und ich war der einzige, der sie dabei beobachten konnte, weshalb ich hier davon berichte. Denn dadurch werden sich diese Sichtungen häufen.

Innerirdischkeit

Im Supermarkt arbeiteten zwei neue Außerirdische. Sie stammten von Jeldrak III und hatten erst kürzlich ihr Visum erhalten. Es waren ein Männlein und ein Weiblein names Xertox und Xera. Sie konnten die Etiketten ganz ohne Werkzeuge verkleben und sie gelangten mühelos in die hintersten Winkel jedes Regals. Ihre Arbeitskraft war unerschütterlich und sie kannten kein Wort des Widerspruchs. Dafür bekamen sie auch den üblichen und absoluten Mindestlohn.

Auf dem Kreuz liegen

Das Puppenschiff meiner Schwester ankerte mitten auf dem Teppich im Wohnzimmer. Barbie und Ken lagen auf dem hinteren Deck splitternackt übereinander, mit ausgestreckten Gliedern und sperrangelweiten Aufkleberaugen inmitten verstreuter Miniatursektflaschen.
Sie konnten nur entsetzt sein, so meine Vermutung, über die ihnen vorenthaltenen Geschlechtsteile, weshalb sie gezwungen waren, sich zu betrinken statt zu vögeln.